Frage und Erklärung

Wie groß muss eine USV sein?

Kurz erklärt

Eine USV muss die tatsächliche Last in Watt und VA sicher versorgen. Zur Auslegung gehören außerdem Lastspitzen, eine begründete Reserve und die gewünschte Überbrückungszeit. Die Nennleistung eines Netzteils allein reicht dafür nicht.

Warum müssen Watt und VA passen?

Jede USV hat eine Grenze für Wirkleistung in Watt und eine Grenze für Scheinleistung in VA. Die angeschlossenen Verbraucher dürfen keine der beiden Grenzen überschreiten. Welche Grenze zuerst erreicht wird, hängt vom Leistungsfaktor und vom Lastverhalten der Geräte ab.

Eine Angabe wie 1.500 VA beschreibt deshalb weder 1.500 Watt noch die gespeicherte Energie der Batterie. Leistung und Laufzeit sind zwei getrennte Teile der Auslegung.

Welche Last gehört in die Auslegung?

Für die Auslegung zählt die reale Leistungsaufnahme am Netzeingang. Ein Servernetzteil mit 1.000 Watt Nennleistung verbraucht nicht automatisch dauerhaft 1.000 Watt. Bei vorhandenen Systemen ist eine Messung meist belastbarer als das Addieren aller Typenschilder.

Bei neuen Projekten werden plausible Lastprofile verwendet. Dabei zählen typische Last, mögliche Spitzen, Einschaltverhalten und geplante Erweiterungen.

Wie viel Reserve ist sinnvoll?

Eine Reserve sollte konkrete Unsicherheiten abdecken. Dazu gehören Lastsprünge, Messabweichungen oder absehbares Wachstum. Ein pauschaler Aufschlag passt nicht zu jeder Anwendung.

Eine unnötig große USV braucht möglicherweise mehr Platz, stellt höhere Anforderungen an den Anschluss und verbessert nicht automatisch die Laufzeit. Die Batterieausstattung wird separat betrachtet.

Wie beeinflusst die Laufzeit die Auswahl?

Eine USV kann leistungsseitig passen und trotzdem nicht lange genug überbrücken. Vor der Auswahl muss daher feststehen, was während des Ausfalls geschehen soll: eine kurze Störung überbrücken, Systeme geordnet herunterfahren oder bis zum Start einer Ersatzstromversorgung weiterarbeiten.

Aus diesem Ziel ergeben sich Batteriegröße, mögliche externe Batteriemodule, Platzbedarf, Gewicht und Wiederaufladezeit.

Welche Angaben braucht ERREPI?

Hilfreich sind eine Liste der Verbraucher, Messwerte oder realistische Leistungsannahmen, das gewünschte Verhalten bei Stromausfall und die benötigte Überbrückungszeit. Anschluss, Bauform, Einbauort, Monitoring, Bypass und Wartungsanforderungen vervollständigen die Auslegung.

Für eine erste Größenordnung steht der Autonomiezeit-Simulator bereit. Die konkrete Auswahl beginnt in der USV-Beratung.

Nächster Schritt

Last und Laufzeitziel prüfen lassen.

Mit Verbraucherzahl, Leistungsaufnahme und gewünschtem Ablauf lässt sich die passende Leistungsklasse eingrenzen.

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